Die heutige Landwirtschaft kann man in zwei Hauptbereiche einteilen, die Tierhaltung mit den unterschiedlichen Ausrichtungen je nach Tierarten z. B. Schweine, Rinder, Geflügel, Schafe, Fischzucht etc. und Pflanzenproduktion mit Schwerpunkt Ackerbau und den weiteren Produktionsrichtungen Gartenbau (inkl. Obstbau und Zierpflanzenbau) und Weinbau.
Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleiche Verteilung, Preisdumping (Erlöse werden globalisiert wie z. B. der Getreidepreis, Kosten aber regionalisiert wie z. B. Löhne, Gehälter, unterschiedliche Umweltauflagen), zahlreiche Betriebsaufgaben sowie ökologische Problemen gegenüber. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die Umwelt mit hohen Belastungen verbunden.
Landwirtschaftstechnik / Landtechnik
Mittlerweile hat moderne Technik und Informationsverarbeitung auch bei Landmaschinen Einzug gehalten. So verfügen moderne Traktoren, Dünge-, Saat- und Erntemaschinen zum Zwecke der zielgerichteten Ausbringung der Mengen bereits über satellitengesteuerte Navigations- und Kartierungssysteme (Precision Farming) und einen hohen Automatisierungsgrad. Im Zuge des Strukturwandels werden die zu bewirtschaftenden Flächen pro Betrieb größer und die eingesetzten Maschinen entsprechend leistungsfähiger.
Für kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe lohnen sich die damit verbundenen Investitionen häufig nicht mehr. Sie schließen sich daher oft in Maschinenringen zusammen oder beauftragen Lohnunternehmer für spezielle Aufgaben.
Viehzucht
Hauptziel der Zucht ist die Herausbildung und Verbesserung gewünschter Eigenschaften und die Vermeidung ungünstiger Eigenschaften. Dies wird durch planmäßige, künstliche Selektion, also Auslese oder Zuchtwahl, erreicht. Dabei werden Träger bestimmter gewünschter Genotypen miteinander gepaart, bzw. Träger unerwünschter Eigenschaften von der Zucht ausgeschlossen.
Viehzucht im eigentlichen Sinn bezieht sich auf Vieh, wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel. Züchterisches Ziel ist die optimale Verwertung dieser Tiere als Lieferanten von tierischen Produkten wie Milch, Fleisch und Fett oder Fell, Federn und Leder. Als Glanzpunkt der Viehzucht werden gerne die so genannten Riesenschweine mit zusätzlichen Rippen oder auch Kühe, die bis zu 33.000 Liter Milch im Jahr produzieren, angeführt; diese gehören aber bis heute noch in das Reich der Legende.
Imkerei
Der Imker bringt seine Bienenvölker in künstlichen Höhlen, den Bienenstöcken unter, in denen sie ihr Brutnest geschützt vor Witterungseinflüssen und den Eingriffen anderer Tiere aufbauen können. Schließlich werden in der modernen Imkerei Magazin-Beuten und der sogenannte Mobile Wabenbau eingesetzt. Dadurch können die Völker sehr leicht zu ertragreichen Trachten transportiert und der von den Bienen gesammelte und eingelagerte Honig kann effizient geerntet werden.
Die Bedeutung der Imkerei besteht für die Landwirtschaft darin, Blüten von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen zu bestäuben, um deren Ertrag zu erhöhen, und für die Nahrungsmittelwirtschaft darin, Honig, Wachs und Pollen zu produzieren.
Ein wesentliches Problem der Imkerei ist der Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland liegt bei über 60 Jahren und es kommen nur wenige neue Imker hinzu, was zur Folge hat, dass die Zahl der Imker in Deutschland vermutlich weiterhin abnehmen wird. Ein weiteres großes Problem in der Imkerei ist das abnehmende Blütenangebot, d. h. Trachtquellen für Bienen sowie die Überdüngung und Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft.
Ackerbau
Die Bearbeitung besteht heute im Wesentlichem im Umbruch der Oberflächenschichten zum Zweck der Lockerung der Krume und unter Umständen der Gründüngung. Die Produktion geschieht zum einen zum direkten Verbrauch, zum anderen und vor allem Anfangs noch wichtiger zur Vorratshaltung. Sie umfasst Aussaat, Pflege, Düngung, Jäten, Ernte und Züchtung der angebauten Pflanzen.
Die angebauten Pflanzen sind traditionell diverse Getreidearten, Hülsenfrüchtler und Hackfrüchte wie Zuckerrüben und letztlich auch Kartoffeln.
Weiterhin gibt es den Anbau von Pflanzen, die nicht als Lebensmittel für den Menschen dienen. Dazu zählen Genussmittelpflanzen wie Tabak, Faserlieferanten wie Lein und Baumwolle und Viehfutter wie Klee.